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Otium. Studien zur Theorie und Kulturgeschichte der Muße

Herausgegeben von Elisabeth Cheauré, Gregor Dobler, Monika Fludernik, Hans W. Hubert und Peter Philipp Riedl


20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgIn der Schriftenreihe des SFB erscheinen Monografien und Sammelbände, die sich mit der Bedeutung, der kulturellen Form und der gesellschaftlichen Rolle von Muße befassen. Muße wird dabei als ein freies und aus der  Produktionslogik herausgenommenes Verweilen verstanden, das aber vielfach Voraussetzung von Arbeit und Produktivität bleibt.

Die Schriften der Reihe untersuchen Muße konzeptuell und anhand unterschiedlicher historischer wie gesellschaftlicher Kontexte. Die Beiträge verstehen Muße nicht als idyllischen Rückzugsraum, sondern als ein Feld, in dem wesentliche Fragen dieser Disziplinen der Untersuchung zugänglich werden – von der phänomenologischen Bestimmung unseres Verhältnisses zur Welt über die Analyse von Autorschaft und Kreativität bis zur stets neu verhandelten Spannung zwischen individueller Freiheit einerseits, gesellschaftlich zugeschriebenen Rollen und Erwartungen andererseits. Ziel der Reihe ist es damit auch, durch die Untersuchung des Phänomens »Muße« einen Beitrag zur Analyse der heutigen Arbeitsgesellschaft und ihrer Aporien zu leisten.

Alle Bände dieser Reihe werden durch einen Beirat begutachtet. Mitglieder des Beirats sind Barbara Beßlich, Christine Engel, Udo Friedrich, Ina Habermann, Richard Hunter, Irmela von der Lühe, Ulrich Pfisterer, Gérard Raulet, Gerd Spittler, Sabine Volk-Birke.

Die Reihe steht auch Autorinnen und Autoren außerhalb des Sonderforschungsbereichs offen.

 


Band 13

Hans W. Hubert, Anja Grebe u. Antonio Russo (Hrsg.)

Das Bad als Mußeraum. Räume, Träger und Praktiken der Badekultur von der Antike bis zur Gegenwart

2020, VI, 356 Seiten

Badekultur und Muße stehen seit jeher in einem spannungsvollen Zusammenhang, weil sowohl die Praktiken des Badens als auch die gesellschaftliche Bewertung von Muße erheblichen Schwankungen unterworfen waren. Die Vorstellungen darüber, ob, wann, wie, in welcher Art und mit welchem Nutzen zu baden sei, wandelten sich ständig und fanden Niederschlag in mannigfaltigen kulturellen Zeugnissen, welche in den hier versammelten Beiträgen aus Kunstgeschichte, Archäologie, Mediävistik, Musikwissenschaft und Literaturwissenschaft untersucht werden. Die Beiträge des vorliegendenBandes geben einen Überblick über Badekultur, Badeanlagen und Badepraktiken von der Antike bis zur Moderne und wollen darüber hinaus zur weitergehenden Erforschung dieses bislang eher stiefmütterlich behandelten Themenkomplexes anregen. Behandelt werden mit den Badeanlagen im antiken Baiae oder mit Zumthors Therme in Vals der räumlich-architektonische Rahmen des Badens. Die Auswertung literarischer und medizinischer Schriften rückt moralische und gesundheitliche Fragen in den Blick. Außerdem werden größere badekulturelle Zusammenhänge in der Antike, in der höfischen Kultur des Hoch- und Spätmittelalters sowie in den Kurorten des 19. Jahrhunderts verdeutlicht.

 

 

 


Band 12

Rebekka Becker

Muße im höfischen Roman

2019, XIII, 524 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-157725-3, ISBN (eBook) 978-3-16-157726-0

Muße im höfischen Roman,Otium Band 12Wie kann den Protagonisten des höfischen Romans um 1200 eine Vervollkommnung höfischen Lebens gelingen, die tätiges Streben nach êre mit der Wahrnehmung von Erfülltheit in idyllischen Freiräumen vereinbart? Rebekka Becker betrachtet dieses Spannungsverhältnis, indem sie Analogien zwischen literarischen Inszenierungen temporärer Ausbrüche aus der institutionellen Ordnung und einer modernen Phänomenologie der Muße aufzeigt. Dieser Blick ist nicht selbstverständlich, da Muße im höfischen Roman bislang vor allem als gesellige kurzwîle konzeptionalisiert wurde. Gerade in Abgrenzung zu Formen höfischer Vergnügungskultur zeichnet die Autorin eine Topographie von Muße nach, in der sich das spezifische Zusammenspiel von Muße, Minne und Naturraum offenbart. Ihre Studie schließt die Poetologie der Texte mit ein und ist damit auch für das Untersuchungsfeld von Muße und Lektüre relevant.

 

 

 

 

 


Band 11

Anna Keiling

Muße in mystischer Literatur. Paradigmen geistig tätigen Lebens bei Meister Eckhart

2019, XI, 308 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-3156931-9, ISBN (eBook) 978-3-16-156932-6

Muße in mystischer Literatur,Otium Band 11In seinen deutschsprachigen Predigten und Traktaten entwirft Meister Eckhart die Bewegung in Gelassenheit als einen radikal freien Lebensvollzug. Obwohl es nicht selbstverständlich ist, mit Blick auf diese Konzeption und auf mystische Literatur im Allgemeinen von 'Muße' zu sprechen, nutzt Anna Keiling das Konzept als Leitparadigma ihrer Analyse. Damit kann sie Darstellungen der Abgeschiedenheit, Gelassenheit, ledecheit und ruowe in ihrem spezifischen Zusammenhang untersuchen: Eckhart stellt traditionelle religiöse Lebensformen in Frage und propagiert anhand von Figuren wie Maria, Martha oder Elisabeth die Einheit geistig tätigen Lebens. Er eröffnet so die Möglichkeit eines freien Lebensvollzuges der Muße in jedem Kontext - ein radikaler Entwurf, der von Heinrich Seuse, Johannes Tauler oder dem Buch von geistiger Armut aufgenommen und diskutiert wird.

 

 

 

 

 

 


Band 10

Tobias Keiling, Robert Krause u. Heidi Liedke (Hrsg.)

Muße und Moderne

2018, VIII, 276 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-156337-9, ISBN (eBook) 978-3-16-156338-6

Muße und Moderne' stehen in einem spannungsreichen Verhältnis, das zeigen die hier versammelten Beiträge aus Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaft. Anhand von amerikanischen, englischen, deutschen und französischen Beispielen geben sie einen Überblick über philosophische, soziokulturelle und literarische Muße-Diskurse. Verstanden als Makro- Epoche, die um 1800 beginnt, sucht sich die Moderne auch bei der Muße von 'klassischen' Vorgaben abzusetzen. Die moderne Arbeitsgesellschaft mit ihren Aporien veranlasst dazu, alternative Lebensformen und soziale Ordnungen zu erwägen, was vielfach unter dem Stichwort 'Muße' geschieht. Die Beiträge dieses Bandes erkunden das kulturelle Wissen im Hinblick darauf, wie Muße unter den Bedingungen der Moderne zu denken ist.

 

 

 

 

 

 

 


Band 9

Georg Feitscher

Kontemplation und Konfrontation Die Topik autobiographischer Erzählungen der Gegenwart

2018, VI, 358 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-156369-0, ISBN (eBook) 978-3-16-156370-6

Otium Reihe Band 9 Die Geschichte der Muße und des autobiographischen Erzählens sind eng miteinander verflochten. In zahlreichen klassischen Werken erscheint der Rückzug des Autors an einen stillen, kontemplativen Ort als Voraussetzung für seine Selbstreflexion und seinen Lebensrückblick. Diese einflussreiche Vorstellung ist noch vielen autobiographischen und poetologischen Texten der Gegenwart eingeschrieben. Zugleich entwickelt die jüngere Literatur alternative Modelle des autobiographischen Erzählens. Die prekären Subjektkonzeptionen der Moderne und Postmoderne manifestieren sich in instabilen Erzählsituationen. Das Ideal des mußevollen Erzählens wird dekonstruiert und parodiert. An die Stelle der ruhigen Kontemplation tritt die mühsame Konfrontation der Vergangenheit. Georg Feitscher beschreibt die heterogenen Modelle des autobiographischen Erzählens in der Gegenwart und zeigt auf, wie die klassischen Topoi der Kontemplation darin bis heute nachwirken.

 

 

 

 

 


Band 8

Andreas Kirchner

Dem Göttlichen ganz nah - "Muße" und Theoria in der spätantiken Philosophie und Theologie

2018, XV, 371 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-155950-1, ISBN (eBook) 978-3-16-155951-8

Otium-Reihe, Band 8

Was ist »Muße«? Was ist »Theorie«? Und wie hängen beide zusammen?

Andreas Kirchner erläutert, dass sie nach den grundlegenden Bestimmungen der Konzepte der »theoría« und der »scholê« durch Aristoteles beide in der weiteren Geschichte charakteristische Entwicklungen durchlaufen und dass die spätantike Philosophie und Theologie in dieser Entwicklung einen entscheidenden Beitrag leisten. So erweitert der Neuplatonismus des Plotin beide Konzepte in ihren wesentlichen Bezügen entscheidend, und die aufkommende christliche Theologie, welche der Autor am Beispiel des Marius Victorinus, des Ambrosius und vor allem des Augustinus betrachtet, baut in ihrer Bestimmung von »Muße« und »Theorie« dann zwar einerseits wieder auf den philosophischen Grundlegungen auf, entwickelt aber andererseits doch eigene charakteristische Konzepte, die dem personalen Gottesbegriff und den christlichen Annahmen folgen.

Der Autor zeigt, wie grundlegend sich die Denksysteme sowie der jeweilige Gottesbegriff auf die konzeptionellen Ausgestaltungen auswirken.

 

 

 


Band 7

Anna Karina Sennefelder

Rückzugsorte des Erzählens - Muße als Modus autobiographischer Selbstreflexion

2018, XII, 389 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-155665-4, ISBN (eBook) 978-3-16-155666-1

20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgMuße gilt in der europäischen Kulturgeschichte als ideale Voraussetzung für die Beschäftigung eines Subjektes mit sich selbst. Diesem Topos geht Anna Karina Sennefelder durch die Analyse französischer Erzähltexte des 19. Jahrhunderts auf den Grund.

Die Bandbreite der untersuchten Autoren und Autorinnen reicht von Senancour, Chateaubriand und Stendhal bis hin zu Marie d'Agoult und George Sand. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Aspekte der Muße sie so geeignet für die autobiographische Selbstreflexion machen. Dabei zeigt sich, dass bestimmte Orte in der autobiographischen Literatur des 19. Jahrhunderts als besonders passend für die Erfahrung von Muße und für das Gelingen der narrativen Rückschau auf das eigene Leben dargestellt werden. Wesentlich geht es deshalb um die Profilierung und konzeptionelle Erfassung von 'Rückzugsorten des Erzählens'.

 

 

 

 

 


Band 6

Thomas Jürgasch, Tobias Keiling (Hrsg.)
in Zusammenarb. m. Thomas Böhm und Günter Figal

Anthropologie der Theorie

2017, VIII, 347 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-155441-4, ISBN (eBook) 978-3-16-155442-1

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20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpg

Die Engführung von Muße und theoretischem Tun, die Aristoteles paradigmatisch in der Nikomachischen Ethik entwickelt, hat eine Vor- und eine lange Nachgeschichte bis in die gegenwärtige Philosophie und Theologie hinein. Begründet wird die Engführung von Muße und Theorie bei Aristoteles anthropologisch, weil sich in einer kontemplativen Lebensform die Möglichkeiten der menschlichen Natur auf vollendete Weise verwirklichen.

Die Beiträge in diesem Band untersuchen ideengeschichtliche Modelle einer Verbindung von Theorie und Muße daraufhin, wie diese sich zur Frage einer anthropologischen Fundierung der Theorie verhalten. Sie fragen nach der Anthropologie der Theorie.

 

 

 

 

 

 


Band 5

Gregor Dobler und Peter Philipp Riedl (Hrsg.)

Muße und Gesellschaft

2017, VII, 418 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-155156-7, ISBN (eBook)  978-3-16-155566-4

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20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgMuße ist ein freies Verweilen in der Zeit jenseits von Zweckrationalismus und  Utilitarismus. Sie zielt auf Freiheit von Zeitzwängen und unmittelbarer Leistungserwartung, auf ästhetisch und räumlich inszenierte Lebensformen einer Freiheit, die in der Zeit nicht der Herrschaft der Zeit unterliegt. Muße mag damit zunächst als individuelle Erfahrung und Haltung erscheinen, die den Menschen aus gesellschaftlichen Zwängen herausnimmt, aber sie ist auch ein eminent soziales Phänomen. Die Chancen, erfolgreich Räume der Muße für sich zu beanspruchen, sind höchst ungleich verteilt. Der Freiraum zur Muße wird häug zum nach außen verteidigten Merkmal einer gesellschaftlichen Rolle.

Der Band, der 17 Aufsätze aus zehn verschiedenen Disziplinen versammelt, beleuchtet die gesellschaftliche Dimension von Muße in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten und verdeutlicht ihr symbolisches Kapital in seinen jeweiligen Ausprägungen.

 

 

 

 


Band 4

Elisabeth Cheauré (Hrsg.)

Muße-Diskurse - Russland im 18. und 19. Jahrhundert

2017, IX, 204 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-155158-1, ISBN (eBook) 978-3-16-155197-0

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20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgDie literarischen Diskurse dieses Bandes über Muße, dosug und prazdnost' eröffnen anhand lexikalischer und semantischer Fragestellungen sowie philosophischer, produktionsästhetischer und sozialhistorischer Aspekte neue Perspektiven auf die Entwicklung der russischen Kultur im 18. und 19. Jahrhundert.

In vier umfangreichen Aufsätzen, die aus dem slavistischen Teilprojekt im SFB und dessen internationalen Kooperationen hervorgegangen sind, werden Fragen der Übertragbarkeit des Phänomens Muße  für die russische Literatur und Kultur untersucht. Diskursive Prozesse der Auf- und Umwertung von Arbeit, Faulheit und Müßiggang können ebenso wie die Lancierung oder Diskreditierung von Muße  als Gradmesser für den Stand gesellschaftlicher Prozesse gelten. Dies zeigen mentalitätsgeschichtliche Phänomene, ästhetische Entwicklungen und insbesondere das Entstehen neuer literarischer Genres.

 

 

 

 

 


Band 3

Thomas Klinkert

Muße und Erzählen: ein poetologischer Zusammenhang. Vom "Roman de la Rose" bis zu Jorge Semprún

2016, IX, 223 Seiten, ISBN (Festeinband) 978-3-16-154382-1, ISBN (eBook) 978-3-16-154383-8

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20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgThomas Klinkert untersucht den poetologischen Zusammenhang von Muße und Erzählen anhand von literarischen Texten in italienischer, französischer, spanischer und deutscher Sprache vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Er zeigt, wie in diesen Texten das Erzählen als soziale Kommunikationshandlung oder als individueller Schreibvorgang aus Situationen der Muße heraus entfaltet wird oder aber wie die Muße Anlass gibt, über künftige Schreib- und Erzählhandlungen nachzudenken und diesen Vorschub zu leisten.

Im diachronen Längsschnitt vom 13. bis zum 20. Jahrhundert wird nicht nur der grundlegende poetologische Nexus von Muße und Erzählen erkennbar, sondern es werden auch historisch je unterschiedliche Semantisierungen von Muße und die damit verbundenen unterschiedlichen Auffassungen von Individualität, Gesellschaft und Kommunikation erkennbar.

Anhand von Texten wie dem Roman de la Rose, Boccaccios Decameron,  Sannazaros Arcadia,  Montaignes  Essais,  Cervantes' Don Quijote,  Rousseaus  Rêveries du promeneur solitaire,  Stifters  Nachsommer,  Prousts À la recherche du temps perdu oder Semprúns Quel beau dimanche  arbeitet der Autor diese Zusammenhänge textanalytisch differenziert heraus. Muße erscheint dabei als Möglichkeitsbedingung für Produktion und Rezeption von Erzähltexten und zugleich als Reflexionsgur, welche dazu dient, die poetologische Spezizität des jeweiligen Textes in seinem historischen Kontext und seiner Selbsteinordnung in die literarische Reihe zu markieren. Damit schlägt Thomas Klinkert den Bogen von einer allgemein anthropologischen Betrachtung des Phänomens Muße hin zu dessen literarhistorisch spezischer, narratologisch-poetologischer Beschreibung.


Band 2

Günter Figal, Hans W. Hubert, Thomas Klinkert (Hrsg.)

Die Raumzeitlichkeit der Muße

2016, VI, 355 Seiten, ISBN (Festeinband)  978-3-16-154689-1, ISBN (eBook)  978-3-16-154751-5

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20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgDie Beiträge des Bandes erkunden das Phänomen der Muße in seiner Räumlichkeit und in seinem Verhältnis zur Zeit. Im mußetypischen Verweilen tritt das Nacheinander der Zeit zurück, während der Raum mit seinen Ordnungen des Nebeneinander bestimmend wird.

Diese spezische Raumzeitlichkeit wird in vier Abschnitten ausgelotet: Der erste ist Konzepten und Theorien der Muße gewidmet, der zweite der ästhetischen Erfahrung von Räumen der Natur und Kunst, der dritte gebauten Räumen der Muße, der vierte der Mußeerfahrung, wie sie sich in Kommunikations- und Schreibprozessen darstellt.

Die Bandbreite der Untersuchungen reicht von der philosophischen, begriffsanalytischen Reflexion über die phänomenologische Analyse sowie von der literaturwissenschaftlichen Falluntersuchung hin zur kunsthistorischen Betrachtung, mit Schwerpunkten in der Renaissance, im 18. und 19. Jahrhundert, in der Moderne und in der Gegenwart.

 

 

 

 


Band 1

Franziska C. Eickhoff (Hrsg.)

Muße und Rekursivität in der antiken Briefliteratur. Mit einem Ausblick in andere Gattungen

2016,  X, 313 Seiten,  ISBN (Festeinband) 978-3-16-154538-2, ISBN (eBook)  978-3-16-154539-9

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20170706_Nachricht_Musse_Gesellschaft.jpgWie in kaum einer anderen Gattung der Antike finden sich in der Briefiteratur Beschreibungen von Mußemomenten. Dabei handelt es sich häug um  Schilderungen einer bestimmten Lebensweise oder um selbstreferentielle Reflexionen der Produktions- und Rezeptionsmomente des Briefes, die als Mußemomente inszeniert werden.

Die Beiträge in diesem Band nähern sich diesem Phänomen aus verschiedenen Perspektiven: Auf Studien der Semantik und Funktion von otium und ,Muße' folgen Arbeiten zu philosophischen Briefen (Epikur, Horaz, Seneca), Exilbriefen (Ovid), Briefen der römischen gesellschaftlichen Eliten (Cicero, Plinius) sowie der griechischen Briefliteratur der Kaiserzeit (Aelian, Libanios). Abgerundet wird der Band mit Ausblicken auf die Mußediskurse in Catull, in der augusteischen Literatur sowie der neulateinischen Briefliteratur des Humanismus.

Der strukturelle Zusammenhang von Muße und Briefliteratur wird in einer Einleitung theoretisch hergeleitet.